Tanztherapie in den USA

Unter Tanztherapie wird in den USA eine 1966 in New York vollzogene Zusammenfassung von tänzerischen, bewegungs- und z. T. körpertherapeutischen Richtungen verstanden, die der physischen und psychischen Integration des Einzelnen und seiner Beziehungsfähigkeit dienen sollen. Während die kalifornische Bewegungstherapie vorwiegend auf die authentische Bewegung abzielt, an C. G. Jung angelehnt ist, ohne Musik, in Einzeltherapie und in einem eher kleinen Raum einer Privatpraxis stattfindet, spielt sich die von der Westküste der USA ausgehende Tanztherapie hauptsächlich in der Gruppe und mit Folklore-, Pop- und klassischer Musik in der Halle einer Klinik ab, betont den spielerisch-kreativen Aspekt und eher ein künstlerisches Lebensgefühl. Inzwischen hat sich das Methodenrepertoire erheblich erweitert und umfasst Elemente rhythmisch-musikalischer Erziehung und Tanzpädagogik ebenso wie tänzerisch-psychomotorischer Ansätze und des um 1970 aktuellen Sensivity- und Encountertrainings bis hin zu Erkenntnissen aus der Hirnforschung.

Sofern Tanztherapie Musik als ein hauptsächlich den Bewegungsfaktor Zeit und die mit der Zeitgestaltung verbundenen Qualitäten bestimmendes, die persönliche Intonation, Stimmung und Resonanz betreffendes Medium verwendet, wählt sie diese sorgfältig aus, indem sie sie unter analogen musikpsychologischen Kriterien untersucht. Künstlerische Tanztherapie geht schon aus diesem Grund über andere tanztherapeutische Richtungen hinaus, die die amerikanische Gesellschaft für Tanztherapie ADTA als „die psychotherapeutische Verwendung von Tanz und Bewegung zur Integration von körperlichen, emotionalen und kognitiven Prozessen des Menschen“ definiert.