Bewegungsbeobachtung

Bewegungsbeobachtung als Kunstwahrnehmung im weiteren Sinne weist auf die Bedeutung des Visuellen hin. Schauen als ein Gebiet, das vor allem mit Raum umgeht, ermöglicht projektive Darstellung und Verarbeitung von Erlebnissen und regt zu bildhaft-gestalterischer Kreativität an. Tanztherapie eignet sich somit zur Daseinsbewältigung, Erlebnisintensivierung, qualitativer Diagnostik und Beeinflussung des Verhaltens, Erlebens und Denkens. Zum kreativen Tun und nachvollziehenden Erleben, die im therapeutischen Zusammenhang immer adressatenbezogen zur Geltung kommen und sowohl ein besseres Verstehen und vertiefteres Empfinden als auch eine gekonntere, erfolgreichere und befriedigendere Handlungsfähigkeit, die auf das Leben außerhalb der Therapiesituation übertragbar ist, bewirken sollen, bedarf es einer Liste von Kriterien, die im therapeutischen Prozess und zur Herstellung einer therapeutischen Beziehung zu beachten sind. Diese lassen sich in der Selbst- und Fremdwahrnehmung durch Bewegungsbeobachtung und Bedeutungsanalyse schulen.

Aufgrund konkreter Analyse und Förderung der Bewegungsfaktoren, die die Lebensäußerungen bestimmen und sich daher auch zu unterschiedlichen Zwecken einsetzen lassen, sich aber im auditiven, kinästhetischen und visuellen Tun unterschiedlich bemerkbar machen, unterscheidet sich die Tanztherapie von anderen Physio- und Psychotherapieverfahren. Sie ist somit für physiologische Erkrankungen, hier auch besonders in der Rehabilitation, für psychiatrische Erkrankungen, insbesondere bei den vorwiegend psychotherapeutisch behandelbaren Störungen wie Persönlichkeitsstörungen indiziert eignet sich ebenso die Arbeit im geriatrischen Bereich, mit Kindern und Jugendlichen, in der Heilpädagogik sowie Rehabilitation und Prävention. Jedoch auch im „normalen“ schul- oder tanzpädagogischen Alltag ist eine tanztherapeutische Ausbildung hilfreich.